Allgemeine theologische Bibliothek — 8.1777 [VD18 90309928]

Seite: 181
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lieber den Werth der Moral, isr

künden seyn, vornehmlich, da der beste Mensch
nicht immer so handelt, wie er solte, und ihm die
Erinnerung an seine Sünden und an das ver-
scherzte Glück oder ungerichtete Nebel, weit emr
psindlicher, denn andern, seyn muß.
Bey dieser Gelegenheit wird eine Untersu-
chung über die späte Beßrung angestelt, und da-
von mir vieler Präciston und Vorsichtigkeit ge-
handelt. Doch scheint es uns, als wenn der Hr.
Dr. von der spaten Beßrung allzugelinde urtheile,
und sein Urtheil nur auf äusserst mögliche Fälle
gründe. Wenigstens kann nur Gott, der Herzens-
kundiger, beurtheilen, ob in dem, der spät um-
kehrt, wirklich die allgemeine Neigung zum Gu-
ten, das -r-2 wirklich sey, wor¬
auf es bey der Bekehrung hauptsächlich ankommt.
Den fünften Grund gegen den Werth der
Moral, daß sie uns murhloß mache, zu widerle-
gen, ist nicht schwer, zumal, wenn man sie mit
Religion und Glauben verbindet, worauf in die-
ser ganzen Schrift mit großem Recht gedrungen
wird.
Zuleht wird der Einwurf gegen die Moral
beantwortet, daß sie zum Heydenthum und Na-
turalismus verführe; wobey von moralischen Pre-
digten ausführlich und genau gehandelt wird. Es
kann nicht gcläugnet werden, daß viele Prediger
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