Allgemeine theologische Bibliothek — 8.1777 [VD18 90309928]

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272 Betrachtung, über Wundergaben,
Zeichen erfolgen, ohne daß dabey bestimmt wird,
von wem sie geschehen sollen; und daß die dritte Per-
son in der mehrern Zahl oft durch man, (man sagt,
man lhut),so wie der Lateiner 6icunt,5erum,AL.
überseht werden muß, ist ja auch bekannt genug.
Allein auf dergleichen exegetische Gründe hat eö
dem Hrn. Verf. hier sich nicht einzulassen beliebt:
sondern er hat es durch ein Paar Instanzen be-
weisen wollen, daß diese Verheißung (Marc. i6.
v. 17.) nicht allgemein verstanden werden könne;
er ist aber, wie es scheint, in der Wahl nicht so
ganz glücklich gewesen. Er fragt, ob bey der
Voraussetzung, daß einige bey der Bergpredigt
Jesu wirklich gebessert worden, und den Weg
wirklich eingeschlagen hätten, der ihnen von Jesu
gezeigt worden, aber denn gestorben wären, ohne
etwas von Wunderkräften gehört zu haben, ob
das nun Christen gewesen wären und ob die nun
den wahren ächten Glauben gehabt hatten? hier
kann Hr. Levater, so viel Rec. einsieht, getrost Ja
antworten, ohne seiner Sache im geringsten etwas
zu vergeben. Denn entweder waren sie schon vor-
her gestorben, ehe Jesus diese Verheißung gege-
ben hatte, und konnten also auch nicht an einer
Verheißung Theil haben, die erst nach ihrem Tode
war bekannt gemacht worden, und also auch nicht
eine Bedingung erfüllen, die nach ihrer Zeit erst
zur
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