Allgemeine theologische Bibliothek — 8.1777 [VD18 90309928]

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über die ehristl. Religion. 239
ergößen. Aber, ob dadurch nicht im Ganzen mehr
Schade als Ruhen gestiftet werde, wenn das, was
die Seele mit Ernst, Nachdenken und Ehrfurcht
erfüllen soll, zu einem Gegenstände einer tändeln;
den jugendlichen Zärtlichkeit herabgewürdigt wird,
und der Religionslehrer von dem Gott Himmels
und der Erden, der da sprach: Es werde Licht,
und es ward Licht — eben so reden will, wie der
Dichter etwa von dem Gott der Liebe reden würde;
das ist, glaube ich, auch eben nicht schwer zu be-
antworten. Mit vieler Befremdung, aber auch
mit einem geheimen Unwillen hat also der Rec.
in der dritten Abhandlung, welche von denHülfs-
mitteln zur Gottseligkeit handelt, (S. iZ2.) fol-
gende Stelle gefunden. " Der ewige Sohn
Gottes, heißt eö, nahm die Schwäche unseres
Fleisches an — damit er sich für die Menschen
aufopferre. Ich erinnere mich hier an eine sinn-
reiche Erdichtung eines Dichters, der die Leiden-
schaft, die ihn, nach einem langwierigen Wider-
stand, überwand, ausdrücken will. Kupido, sagt
er, schoß alle seine goldenen Pfeile auf mich, und
verwundete mich nicht, endlich schoß er selbst auf
mich wie ein Pfeil, und durchstach mir das Herz.
Der Gedanke ist sehr sonderbar; aber er giebt
uns kein schwaches Bild von dem, was Gott
in Abüchr auf die Menschen that. Nachdem er
T ihren
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