Allgemeine theologische Bibliothek — 9.1778 [VD18 90309928]

Seite: 30
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_theologische_bibliothek1778/0040
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile

ZO Richard Simons kritische Schriften
P. Cramers sagen. S. 4 wiederholt derHr.D.
seine schon oft geäußerte Behauptung, daß das
Evangelium Matthäi ursprünglich nicht hebräisch,
sondern griechisch geschrieben sey. Ohngcachtet
das erstere eben nicht so ganz historisch gewiß ist,
und die Zeugnisse der Kirchenvater nicht viel be-
weisen, indem die mehresten das bey den Naza-
räern und Ebionäern befindliche hebräische Evan-
gelium mit dem Original des Matthäus verwech-
seln, oder doch nur dies ebronische Evangelium
meynen, wenn fie von einem hebräischen Evan-
gelio Matthäi sprechen, so ist cs dennoch an sich
selbst schon wahrscheinlicher, daß Matthäus, ein
gebohrner Hebräer, der gewiß in Palästina sein
Evangelium schrieb oder dictirte, dasselbe in seiner
Muttersprache geschrieben habe, als daß er eö grie-
chisch geschrieben hätte. Das hebräische und grie-
chische Evangelium ist, so weit wir sehen können,
ziemlich zu gleicher Zeit da, und wir möchten doch
immer lieber das letztere für Ueberfetzung halten
als das Erste. Simons Behauptung, daß der
Fanatismus, auf den viele Leute durch das Bibel-
lesen, seit dem Entstehn des Protestantismus ge-
rachen wären, einige Pabste und Blschöffe genö-
rhigt habe, nicht allen ohne Unterschied das Lesen
der heiligen Schrift mehr zu gestatten, wird von
den HktuD, in der Anmerkung S, 18 mir Grund
loading ...