Allgemeine theologische Bibliothek — 9.1778 [VD18 90309928]

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Zteederi 8pecim. de exempl. läcror. imit. 4l
in Betrachtung ziehn, und die Nachahmung so
einrichtcn, wie es unsre gegenwärtige Verfassung,
Sitten und Gesetze erlauben. Diejenigen handeln
thöricht, welche sich bey Beurtheilung der Mora-
lität der Handlungen blos auf das sogenannte mo-
ralische Gefühl verlassen, von welchem der Herr
Vers mit Recht sagt: czui ^uidemLeulu8 nili di-
vinX volunwtis ooAuitioue lit probe imbutu8
et iubüÄus, nee oouscieuttE judiclo eorErmll-
-tu8, ec^uidem daud ime!!iAimu8, c^uidnam mo-
tu 8 dle ratioui8 iuexpertuZ, adeo^ue
/ru/Ms/r/ (möchten doch dies die Schwärmer be-
herzigen, die uns allen Vorzug vor den Thieren
nehmen, und zu lauter vernunftlosen Gefühls-und
Imaginations-Geschöpfen herahwürdigen wollen)
couferre pollit ad deelzrandLm, nedum certo
deduieudam moralem 3Äiom8 c^ualitatem.
Ferner, wir müssen nicht blos bey der Person des-
sen, der eine Handlung verrichtet, stehen bleiben,
sondern untersuchen, ob unser Verhältniß und
Handlungsart der seinigen auch genau entspreche.
Bey heiligen und angesehenen Männern ist den-
noch nicht alles nachzuahmen, was wir an ihnen
sehn, ihre Vergehen müssen uns nicht zur Entschul-
digung unsrer lasier dienen. Man muß umgekehrt
nicht alles scheuen, was böse Leute gethan haben;
es folgt nicht, daß ein Böser immer böse sey. Wir
L > müssen
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