Allgemeine theologische Bibliothek — 9.1778 [VD18 90309928]

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vor den Zeiten Jesu.

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gelangte, in ein fremdes land verseht werden sollte,
hatte Gott schon den Abraham wissen lassen. Jeht
war der Zeitpunkt, da diese Verpflanzung nöthig
ward. Canaan wurde volkreicher. Jacobs Fa-
milie und Heerden würden in diesem lande als
Fremdlinge nicht mehrRaum genug gehabt haben.
Sie würden sich haben zerstreuen, und nach und
nach mit fremden Nationen vermischen müssen,
und nicht ein abgesondertes Volk geblieben seyn.
Diese wichtige Veränderung bewirkte Gott auf eine
für Menschen unmeckliche Art, durch die Verkam
fung Josephs in Egypten und durch die Theurung,
die er hernach entstehen ließ. Egypten war das
schicklichste land für die zunehmende Familie Ja-
cobs: denn es war überaus fruchtbar, hatte Ge-
genden, die zur Viehweide vortreflich und noch
meist unbewohnt waren. Neue Colonien nahm
man da willig auf. Von dieser schon sehr culti-
virten Nation konnten die Israeliten viel nützliches
in Ansehung der Policen lernen, welches sich Mo-
ses nachher wohl zu nutze gemacht. In Ansehung
des Gottesdienstes aber waren die Egypter von
den Israeliten soweit unterschieden, daß es diesen
ein leichtes war, sich von ihnen abgesondert zu er-
halten, und zu einem eignen Volke anzuwachsen.
Joseph stund damals in großem Ansehen bey
Pharao, und sein Andenken begünstigte die Kinder
G 2 Israel
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