Allgemeine theologische Bibliothek — 9.1778 [VD18 90309928]

Seite: 150
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iZO Die heilige Schrift,
das Ohr Missen gegen ihn neiget. Da man
sich vor der geringsten Anhöhe fürchtet, auf der
ebenen Straße ohne Schrecken keinen Schritt
thut. Da das Haupt so weiß, als der blühende
Mandelbaum ist; da man bey gebogenem Rü-
cken,verdorrtenGliedern,derHeuschreckegleicht,
durch keine Erquickung unterstützt wird, ihrer
nicht mehr begehrt, in den Ort des langen
Aufenthalts, das Grab, hinabsinkt, von feinen
Freunden nichts mehr hat, als eine Leichen be-
gleitung. Jüngling, folge also meinem Rath,
ehe die Kraft des Gefühls und der Bewegung
ganz geschwächt, die Spannadern kraftlos, das
Gehirn, samt allen Gefäßen desselben unnütz
sind, die Quelle des Lebens, das Herz, schwach
ist, das Geblüt sich nicht mehr den Weg durch
die Adern findet, bey Verschwindung jeder Kraft
die Bewegung aufhöret, der Leib in die Erde
zurückkehrt, daraus er genommen worden, und
die Seele zu Gott, der sie in den Leib gesendet
hatte. Der Leser verzeihe dem N. daß er diese
lange Stelle abgeschrieben hat. Sie ist an sich
so schön, daß man sie gerne paraphrasirt und un-
padaphrasirl liest, Luthers Uebersehung ist nicht
durchgehends so verständlich wie diese Umr
schreibung. Jene aber liefert uns doch getreuer
und nachdrücklicher des vornehmen Predigers
Sinn,
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