Allgemeine theologische Bibliothek — 9.1778 [VD18 90309928]

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194 Schinmeiers Predigten
nicht noch in unfern Tagen geschieht. Es können
sehr gute Gründe dazu da seyn, daß sie nur ein-
mal geschieht. Und wenn wir dafür glaubwür-
dige Zeugen haben, so würde es nicht weise seyn,
seinen Beyfall zurückzubalten. Und diese hat
die evangelische Geschichte gerade so, als kerne
andere. Vorausgesetzt, daß sich dieses alles so
gewiß zugetragen hat, als andere uns rn dersel-
ben erzählte Begebenheiten, und daß sich nicht
wohl ein vernünftiger Grund angeben laßt, der
die Jünger Jesu zur Erdichtung dieser Dinge
hätte rertzen können; so muß man bey einer ganz
unpartheyischen Aufmerksamkeit und gänzlicher
Verleugnung aller übertriebenen Neigung zu
dem Wunderbaren schlechterdings bekennen, daß
es Wirkungen der Allmacht gewesen sind. Wir-
kungen, die nach weiser Bestimmung der Vorse-
hung gerade zu dieser Zeit erfolgen mußten, damit
die nicht ganz fühllosen Gemürher zum Nachden-
ken gebracht, und mir Achtung für den erfüllet
werden, der so eben mit dem ruhigsten Gemüthe
seinen Geist in die Hände Gottes übergeben hat-
te. Erdbeben sind freylich sehr natürlich und ge-
wöhnlich; und sie sind hier nur in so ferne etwas
wunderbar, als sie eben in dem Augenblicke ge-
schahen , da Jesus seinen Geist ausgab. Aber
wenn die Sonne, ohne vom Monde bedeckt zu
wer-
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