Allgemeine theologische Bibliothek — 10.1778 [VD18 90309928]

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176 Briefe von Sterbenden
In diesem Fall befindet fich gerade unser Vers.
Es thut uns leid, daß wir dies sagen müssen. —
Allein, selbst seintwegen kann es gut seyn und
frommen, daß wirs sagen. — Recensent hat
wirklich manches mit Belrübniß über dies Büch
aus dem Munde leichtfinniger Verächter hören
müssen — und dieß hätte doch der Verf. vermeü
den können, z.B. was hilft eö doch in aller Welt,
daß er so häufig die Freygeister schimpft? das kleir
det ja keinen toleranten Mann, am allerwenigsten
wird ein mit dem Tode ringender, reuiger Mensch
in seinen Briesen solche manchmal recht unanstänr
dige Schimpfworte gebrauchen. Gleich S. i8
läßt er den Cleon die Religions-Verächter Teufel
in menschlicher Gestalt nennen. — Wenn denn
nun wirklich einem lasterhaften, irreligiösen Menr
schen diese Briefe in der Absicht in die Hände
gegeben,würden, daß er, nach ihrer Anleitung,
sich bessern, und anders denken lerne, — ich apr
pellire an alle tolerant gesinnte Moralisten, ja
ich berufe mich auf den Verfasser selbst, wird nicht
dergleichen unchristliches Schimpfen mehr Scha-
den als Nutzen stiften? — Es giebt anitzt eine
gewisse Art Menschen, die die Religion nicht mit
ächter christlicher Sanftmuth gegen die Ungläubi-
gen vertheidigen zu können glauben, sondern die
da immer mit Petrus Schwerdt drein schlagen
zu
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