Allgemeine theologische Bibliothek — 10.1778 [VD18 90309928]

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i84 Briefe von Sterbenden
hätte! Rec. zweifelt immer noch an der Wirk-'
samkeit solcher Predigerbesuche, weil ihn seine
eigene Erfahrung vielleicht gelehrt hat, daß der
gröste Theil der Menschen auf dem Todbette nur
aus Zwang, Furcht vor der Strafe, (die sie sich
einbilden) und aus angeerbtenVorurtheilen, einen
Prediger zu sich kommen lassen, und sich fast im-
mer feines Zuspruches nur in so fern bedienen,
als sie abergläubisch genug sind, zu glauben, er
werde ihnen bey Gott etwas ausrichcen helfen. —
Nun wollen wir damit gar nicht dem Besuche, den
die Geistlichen den Kranken auf ihrem Sterbebette
leisten, Eintrag gelhan wissen. — Der hat seinen
guten Nüßen, und könnte ihn noch weit mehr
haben, wenn man mehr darauf denken wollte,
ihn passender, lokaler und kräftiger zu machen. —
Allein, man sollte doch glauben, der Christ könne
seines Glaubens, ohne weitere Anweisungen und
Anbringungen auf dem Kranken-und Sterbebette
leben und sterben. Am Ende wird auch der
beste Geistliche keine Umänderung der Neigungen
und Gesinnungen bewirken können. Die bleibt
ein eigenkhümliches Geschäfte Gottes, der da allein
wirket das Wollen und das Vollbringen nach
semem Wohlgefallen.
' Manche Ausdrücke wollen wir nicht einmal
rügen, — als S. rv4: dämisch, — Der
Vers.
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