Allgemeine theologische Bibliothek — 10.1778 [VD18 90309928]

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2Z4 Das Christenthum nach der Vernunft
und giebt seinen Sohn zum Bürgen her, oder
seht ihn an die Stelle der Menschen: welcher
Mensch also 6) diesen Bürgen dafür erkennet,
der entgehet dem göttlichen Fluche, ist ein Erbe
der Seligkeit, und der heilige Geist, die dritte
Person in der Gottheit, thut in ihm die guten
Werke: weil die Menschheit in dem Falle Adams
alle Kräfte zum Guten verkehren hat."
Hierüber nun werden verschiedene Anmerkunr
gen gemacht, womit die sogenannten Orthodoxen
schlecht zufrieden seyn werden. Dergleichen sind:
Gott kann den Menschen mir keiner sittlichen Voll-
kommenheit geschaffen haben, weil das Anerschaf-
fene etwas natürliches ist, das Sittliche aber aus
einer ftcyen Wahl entstehen muß; die Schrift
kennt den Teufel nicht in der Schlange, wie Mo-
ses überhaupt desselben nicht gedenket; sie weiß
nichts von einem Fall, nichts von Erbsünde als
Erbsündenschuld; sie sagt nichts von einem ewigen
Leben im Paradiese: also weiß sie auch von dessen
unglücklichem Verluste nichts; man findet auch
nichts darinn von einem verlohrnen Ebenbilds
Gottes, von einem Kriminalproeeß, der den bey-
den ersten Menschen wäre gemacht worden, noch
von einem verunglückten Plane Gottes mit dex
Menschheit und der ganzen Welt; Christus kann
nicht deswegen von Golt gesandt worden seyn, um
das
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