Allgemeine theologische Bibliothek — 10.1778 [VD18 90309928]

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Z28 Kürzere Anzeigen
gewisse Prophezeyungökünsie wären gelehrt, oder
Jünglinge zu künftigen Propheten wären gebildet
worden, ist ungereimt zu denken, welches hier im
ersten Abschnitt sehr wohl ausgeführt wird. Der
andere Abschnitt bestimmt die eigentliche Einrich-
tung dieser Schulen näher, und zeigt, daß sie bloß
theologisch gewesen. Das Gesetz Mosis wurde
darinnen erklärt, die vorgeschriebene Ordnung des
Gottesdienstes den künftigen Priestern und Leviten
recht bekannt gemacht, auch wohl von dem Vor-
bildlichen desselben etwas beygebracht. Ueberdem
wurden die Prophetenkinder, d. h. Schüler, in der
geistlichen Poesie und Musik geübt, die bey dem
öffentlichen Gottesdienst gebraucht wurden. In
einer feyerlichen Proceßion traf Saul vor Gibea
einen solchen Chor Prophetenschüler mit Paucken
und Harfen an, welche weissagten, d. h. heilige
Lieder zur Ehre des wahren Gottes absungen. Die
eigentlichen Propheten hießen damals Seher,
aber der Nähme von Propheten und Prophetin-
nen wurde allen beygelegt, die auf gewisse Art Leh-
rer des Volke waren, sollten sie auch nur durch
eine musikalische Dichtkunst die Religion lehren
oder anpreisen. So wird diese Benennung von
der Mirjam, der Debora, und von den Kindern
Asiaph, Heman und Iedithun gebraucht und er-
klärt. Mit jenen Prophetenschülern vereinigte
sich
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