Allgemeine theologische Bibliothek — 10.1778 [VD18 90309928]

Seite: 357
DOI Heft: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_theologische_bibliothek1778a/0361
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
sonderlich kleiner Schriften. 357
Gott unmittelbar gewirkt wird, schlechterdings
unaufhaltsam und in einem Augenblick geschehen
müsse; welches sich dann freytich bey dem Werke
der Bekehrung nicht wohl gedenken ließe. Hier-
auf wird S.2i geantwortet: "Gott kann wollen,
daß etwas unmittelbar, d.i.blos durch seine Kraft
geschehen solle, so wie es der Beschaffenheit des
Wesens, auf welches er unmittelbar wirken will,
gemäs ist." Dies geben wir nach unsrer Nebers
zeugung dem Vers, gerne zu; glauben auch, daß
Gott sogar auf die menschliche Seele dergestalt
unmittelbar wirken könne, wie es der Einrichtung
derselben gemäs ist; leugnen aber dem ohngeachtet
die ganze Anwendung dieses Satzes zur Umerstüzs
zung der Neblingshypothese des Hrn. Verfassers.
Neberhaupt ist und bleibt ein sehr großer Unter-
schied unter dem, was Gott nach seiner allmächti-
gen Kraft wirken kann, und unter dem, was er
nach seiner Weisheit wirken will. Ob es dieser
letztem gemäs sey, durch unmittelbare Wirkungen
dem Menschen zu seiner Bekehrung behülfiich zu
seyn? das ist es eigentlich, was sowohl der Philo-
soph als Theolog zu untersuchen hätten: und was
auch von mehrern und selbst von unftrm Verfasser
untersucht worden ist. Vielleicht kann die Sache
noch klärer gemacht werden, als schon bisher ge-
schehen ist. Doch glauben wir nicht, daß die Um
loading ...