Allgemeine theologische Bibliothek — 11.1778 [VD18 90309928]

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22 Mag. Zwingli Lebensgeschichte
rufen konnten. Er studierte immer stehend. Mor-
gens stand er früh auft Bis um zehn Uhr las,
Übersehre, predigte er, oder gab Unterricht, nach-
dem es die Umstände mit sich brachten. Aach
dem M-rragessen unterhielt er sich mit denen, die.
ihm etwas berichten, oder ihn rathftagen (um
Rach fragen) wollten. Gespräche mrt seinen
Freunden und Spazieren waren seine Erholungen
bis um 2 Uhr« Dann kehrte er wieder an seine
Arbeit zurück. Nach dem Nachtessen spazierte er
ein wenig, schrieb Briefe, wenn dringende Ge-
schäfte es erforderten, bis um Mitternacht."
Der Rath zu Zürch bediente sich öfters key
wichtigen Angelegenheiten der Geschicklichkeit und
Erfahrenheit des Zwinglis. Dies geschah auch,
als sich vrele Bauern in dem Zurcher Gebiet wei-
gerten, die Zehuden zu geben. Es wurde nemlich
in eben diesem Jahr is2s darüber eine öffent-
liche Disputation angestellet, wobey Zwingli die
Billigkeit dieser Abgaben aus dem Grunde be-
hauptete, weil sie zum Unterhalt der Kirchen und
der hehrer in Kirchen und Schulen dieneren und
weil, wenn sie wegfielen, sonst andere Steuren zu
eben dem Behuf eingesammlet werden müßten.
Das Gutachten des Zwinglis hierüber trug her-
nach viel dazu bey,daß der neue Befehl des Raths
wegen der Zehnden mir mehrerer Folgsamkeit an-
genom-
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