Allgemeine theologische Bibliothek — 11.1778 [VD18 90309928]

Seite: 114
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_theologische_bibliothek1778b/0122
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
r r4 Johann Bunkels Leben,
geheyrathet hatte. Diese seine Stiefmutter war
Schuld daran, daß sein Vater sich ganz anders
gegen ibn betrug, als er bisher gethan hatte.
Noch mehr Schaden thaten ihm bey demselben
seine besondere Religionömeinungen; denn da
er ein strenger Unirarier war und in den atha-
yasianischen Gebersfprmeln, die er seinem Va-
ter alle Morgen und Abend vorlesen mußte, ver-
schiedenes nach seinem Sinn geändert hatte, und
sich nicht eines andern von demselben wollte be-
lehren lassen, so faßte derselbe einen so großen
Unwillen gegen ihn, daß er ihn nicht mehr vor
seinen Augen leiden wollte. Weil ihm nun sein
Aufenthalt in feines Vaters Haufe unerträglich
war, fo gieng er heimlich in Begleitung feines
Dieners Fm weg, um sein Glück in der Welt
zu versuchen. Er nahm fein bestes Pferd und
eine Geldbörse, worum fünfzig spanische Pistolen
und zehn Moidoren waren, nebst einer Bank-
note von fünfhundert Pfund, welche Miß Noel
den Morgen, da sie krank ward, ihm vermacht
hatte, mit. Bey der Granze von Irland setzte
er sich in ein Schis, welches eben nach England
abseegeln wollte. Auf diesem Schiffe hatte ec
Gelegenheit der Miß Melmoth, die mit ihrer
Schönheit viele andere Vorzüge verband, das
Leben zu retten. In deren Umgang brachte er
theils
loading ...