Allgemeine theologische Bibliothek — 11.1778 [VD18 90309928]

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res falschen und wahren GotLesdiensts. I9Z
auch eine Liebe gegen andere verbunden sey. Ob
sich eine allgemeine Menschenliebe wirklich bey
einem natürlichen Menschen finde, will er nicht
entscheiden. Von derselben sagt er, sie sey die
edelste Creattrrliebe und komme der wahren Liebe
am nächsten. Derjenige, der sie hege, sey auch
einer Liebe gegen Gott von Natur fähig; doch
könne dieselbe, wenn sie auch bey einem natura
lichen Menschen wäre, keine wahre Liebe genenr
net werden. Alle Creaturlicbe, sie mag seyn,
welche sie wolle, und so glänzend vor der Welt,
als sie nur seyn kann, hält er für eine falsche
Liebe. Nach seiner Meinung ist der Wille des
natürlichen Menschen ein falscher Wille, die
Freyheit des natürlichen Menschen ist ohne alle
Ausnahme eine falsche Freyheit. "Es ist also,
wie eö hier S. ss heißt, sehr ungereimt und zeü
get eine schlechte Erkenntniß von dem natürli-
chen Menschen, von der Religion und Moral,
wenn die Pelagianer, Papisten, Svcinianer,
Naturalisten wahre gute Werke aus natürlichen
Kräften vor Gott thun wollen, auch gar solche
Unbekehrte ohne Absicht auf Gott verrichten
lassen. — In solchem Verstände behauptete der
sel. Ambsdorff (Amsdorf) bey der Majorischen
Controvers mit Grunde, daß pharisäische gute
Werke, auch die einer aus einem geistlichen
Theol.Bibl.H-B. N Stolze
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