Allgemeine theologische Bibliothek — 11.1778 [VD18 90309928]

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des falschen und wahren Gottesdiensts. 227
Neu, als die Verachtung Gottes, ein natürlicher
Menschenhaß, die Feindschaft gegen alle Men-
schen." Auch will er die vernünftigen Heiden
nicht schlechterdings verdammen, ob er wohl darr
auf bestehet, daß ste ohne den Glauben an Chri-
stum nicht selig werden konnten. Denn so er-
kläret er sich darüber S. 2sg: ''Wir können
auch deswegen nicht Heiden und Juden rc. so
schlechterdings verdammen. Warum sollten sie
Nicht der Gnade fähig feyn, wenn sie natürlich
tugendhaft sind? Sie haben ja eben die Fähig-
keit als natürliche Christen. Diese haben nur
das äusserliche Wort Gottes in Ansehung ihrer
zum voraus, welches aber doch nicht mehr bey
ihnen als eine natürliche moralische Kraft hat,
und ohne Beytritt der Gnadenwirkung keine
wahre Liebe zu Gott erzeugen kann. Sollte
denn Gott nicht ohne das äusserliche Wort Glau-
ben und Liebe bey den Nichtthristen, die dasselbe
nicht haben und nicht haben können, wirken
können."
Das sonderbarste ist, daß der Verf. welcher
alles Gute, was der Mensch durch seine Natur-
kräfte thut, so sehr zu erniedrigen sucht, von sich
in der Schlußerinnerung S. 25 z folgendes Be-
kenntniß thut: "Damit die Leser dieser Schrift,
ihren Verfasser nicht ganz anders beurrheilett
Mögen,
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