Allgemeine theologische Bibliothek — 11.1778 [VD18 90309928]

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-es Briefs Pauli an die Römer. 22z
im Ganzen betrachtet, so vieles gegen sich hat,
wie schon bey der Recension des ersten Stücks,
im achten Bande unsrer Bibliothek, bemerkt
worden ist.
Das zweyte Kapitel dieses Briefs wird sehr
natürlich in zwey Abschnitte eingetheilt, davon
der erstere bis zum 17.0. der andre bis zum En-
de des Cap. geht. Daß sich der Apostel in bcy-
den mit Juden unterrede, ihnen die Unzuläng-
lichkeit des Mosaischen Gesetzes und ihr sittliches
Verderben vorstelle, und ihnen dadurch das Evan-
gelium Jesu anpreisen wolle, ist offenbar. Auch
das ist nicht zu läugnen, daß der Apostel zuwei-
len die stolzen jüdischen Lehrer besonders im Sinn
gehabt habe, als vom 17 —24V. daß eres aber
mit diesen allein zu thun habe, und nicht mit der
ganzen Nation und ihrer Anhänglichkeit an ihr
Nationalgesetz, ist der Hauprabsichr des Apostels
und seinem ganzen Vortrag zuwider. Der Hr.
Vers, sucht zwar, seine Lieblingsmeynung gleich
aus dem ersten Verse zu erweisen, wo Paulus
einen Menschen anredet, der andre richtet und
verdammt; welches die jüdischen Gesetzlehrer,
die Pharisäer besonders, gethan hätten. War
das aber nicht der allgemeine Fehler der Juden,
die auf ihre Vorrechte stolz, alle der Abgötterey
zugethanene Völker, ja selbst die Samariter, wel-
che
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