Allgemeine theologische Bibliothek — 11.1778 [VD18 90309928]

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2Zl2 Oeuvres crMHUes 6e k'rerek.
zeugt wäre, wird wohl protestantisch werden, und
seinen Prinzen dadurch die Hofnung abschnciden,
Bischöfe zu werden? welcher Bischof oder Prie-
ster wird es thun? Darf man aber hieraus ein
Argument hernehmen? liegt nicht die christliche
Religion noch am Tage, und kann ste nicht ein
jeder prüfen, ob sie so beschaffen sey, daß der Phi-
losoph Ursache habe, sich ihrer zu schämen und sie
zu verwerfen, daß sie nur eine Religion des ein-
fältigen Pöbels sey? Hat es nicht unter den Chri-
sten selbst die größten Philosophen gegeben?
Wenn man nur so ehrlich seyn wollte, nicht alles
durcheinander zu werfen, und die wahre, reine,
ursprüngliche christliche Religion, von dem später
hineingetragenen Menschentand zu unterscheiden.
Wenn man das absondert, was dreyhundert
Jahre nach Entstehung des Christenthums Atha-
nasius hervorgebracht hat, so ist der Unterricht,
den die Bibel über Vater, Sohn und heiligen
Geist giebt, der vernunftmäßigste, der sich denken
läßt. Ein Wesen muß doch das oberste auf der
Leiter der von Gott hervorgebrachten seyn, dies
weiß ich ohne Bibel, und sollte sich dies im un-
endlichen Abstande von Gott befinden, wie wenig
würde ihn das verherrlichen? sollte es ihm nicht
möglich gewesen seyn, von Ewigkeit ein solches
Wesen hervorzubringen? Oder müssen wir dies
des-
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