Hermbstaedt, Sigismund F. [Hrsg.]
Allgemeine theologische Bibliothek: Bibliothek der neuesten physisch-chemischen, metallurgischen, technologischen und pharmaceutischen Literatur — Berlin, 12.1779

Seite: 38
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z8 Herings histor. Nachricht vom Anfänge
entstanden. Nicht wenige sahen es nach der da-
maligen härteren Denkungsart als eine unerträg-
liche Sache an, daß die Bekenner der beydersei-
ligen Religion gleiche Vorzüge und Rechte ha-
ken, daß die beyden von einander abgehenden
Theile sich freundschaftlich und gefällig gegen
einander beweisen und alle gehäßige Zänkereyen
vermeiden sollten. Gedicke, welcher Domprobst
zu Berlin und erster churfürstlicher Hofprediger
war, und derArchidiaconus an der Peterskirche,
Martin Willich, thaten sich vor andern durch ih-
ren unbesonnenen Eifer gegen den Churfürstlichen
Hof und die Reformieren hervor; da sie deswe-
gen zur Verantwortung gezogen wurden und be-
sorgten, man möchte sie nach einer Festung brin-
gen, nahmen sie die Flucht und bekamen an aus-
wärtigen Oertern andere Stellen. Weil die
Geistlichen in Berlin und an andern Orten in
der Mark nicht aufhörten, die Reformieren auf
den Kanzeln zu verlästern, so schrieb der Chur-
fürst den Listen Iunii 1614 ein Colloquium aus,
wobey sich die sämtlichen Prediger beyder Resi-
denzstädte Berlin und Cöln einfinden sollten, wo-
zu sie auch so viele Prediger, als sie wollten, aus
den churfürstlichen Landen nehmen könnten. Man
wollte in diesem Colloquio ihre Einwürfe, wel-
che sie gegen die Meinungen der Reformirten
vor-
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