Hermbstaedt, Sigismund F. [Hrsg.]
Allgemeine theologische Bibliothek: Bibliothek der neuesten physisch-chemischen, metallurgischen, technologischen und pharmaceutischen Literatur — Berlin, 12.1779

Seite: 59
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von Gottes Dreyemitzkeit. 59

Hat man im göttlichen Wesen einen dreyfachen
persönlichen Unterscheid anzunehmen. Es be-
finden sich nemlich im göttlichen Wesen drey
Subjekte, wovon ein jedes eine eigene Selbst-
ständigkeit geistlicher Natur hat; aber um einen
Geist selbst, im ganzen Umfange seiner Kraft dar-
zustellen, ist ihr gedrittes unauflösliches Band
wesentlich und nothwendig. Diese drey göttli-
che Wesenspersonen haben den formellen Begriff
der Gottheit ganz gleich; aber den materiellen
Begriff Gottes, nach welchem Gott ein Geist
ist, haben sie gemeinschaftlich, und also erhalten
wir dadurch den zweyten Begriff des Wortes:
Gott, wo derselbe in näherer Einschränkung auf
die göttliche Wesenspersonen und eine jede der-
selben insbesondere rechtmäßig angewendet wird.
Richtet man endlich sein Augenmerk auf die Öko-
nomie Gottes, so erlangt man einen dritten Be-
griff von dem Worte: Gott, nach welchem man
ohne alle Keßerey den Höhen: Gott von dem wah-
ren unterscheiden kann. Es beruhet aber dieser
ökonomische Begriff darauf, daß Gott nach ge-
meinschaftlichem Rathschlusse innere Handlungen
um eines äussern Zwecks willen unternimmt; eine
der göttlichen Wefenspersonen freywillig zeuget
und sendet; die andere durch Zeugung freywil-
lig ansgehet, und hernachmals ebenfalls sendet;
und
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