Hermbstaedt, Sigismund F. [Hrsg.]
Allgemeine theologische Bibliothek: Bibliothek der neuesten physisch-chemischen, metallurgischen, technologischen und pharmaceutischen Literatur — Berlin, 12.1779

Seite: 99
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einer fteyern theologischen Lehrart. 99
Christen, denen dieser Begriff zu rauh schien,
entfernten sich von demselben, und behaupteten,
daß der völlige Grund der Vergebung der Sün-
de hinlänglich in der Güte und Erbarmung Gor-
tes nach der klaren Versicherung des N. T. lie-
ge rc. Seit dem i6ten Jahrhundert kommen die
Protestanten darinn überein: daß Christus der
einzige Grund ihrer gewissen Hofnung und Zu-
versicht gegen Gott sey. Anfänglich ward der
Nähme LürixfaÄio seltner gebraucht, und die
Sachen mit andern gleichgültigen Phrasen be-
schrieben. Die augsburgische Conseßion besagt,
daß uns Christus mit dem Vater aussöhne, und
das Opfer würde, nicht nur für die Erbsünde,
sondern auch für alle wirkliche Sünden. DiefeS
gehörte zum Stand der Erniedrigung, und von
nun an wurde die Lehrart 6e commumcatione
icliomawm und operationum dazu angewendet,
daß dadurch begreiflich gemacht würde, wie Gottes
Zorn und seine unendliche Gerechtigkeit auf eine
voMändige Weise habe befriedigt werden können.
Seit den Zeiten derSvcinianerundArmmianer
ist es gefährlich, sich in dem Lehrvortrage darüber
auszudrücken; — indessen gewiß, daß weder in
den ältesten Zeiten diefer dogmatische Begriff
schon da gewesen, noch auch, daß das Nachden-
ken und die Betrachtung eines rechtschaffenen
G L Christen
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