Hermbstaedt, Sigismund F. [Hrsg.]
Allgemeine theologische Bibliothek: Bibliothek der neuesten physisch-chemischen, metallurgischen, technologischen und pharmaceutischen Literatur — Berlin, 12.1779

Seite: 110
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HO D. Semlers Versuch
gelassen, weil er sonst zu viel hätte sagen müssen,
was man vielleicht verdrehet oder unrecht ver-
standen hätte. Alle dergleichen theoretische Grü-
beleyen, die zu einem thatigen Christenrhum so
ganz und gar nichts Helsen, über die Entstehungs-
art des Glaubens rc. musten billig weggelassen
werden. Hr. D. Semler ist sehr unpartheyisch,
wenn er das Wesen des Glaubens beurtheilet.
S. ^4 sagt er: Nicht allein oder vorzüglich
die Anerbietungen oder Verheißungen Gottes,
sondern auch alle erkannte Vorschriften und
Verordnungen Gottes muß diese lebendige
Erkenntniß und Genehmhaltung entschließen.
Daher ist wenigstens zu unsrer Zeit nicht son-
derlich nöthig, von juttiNLLciolw psr iolam 6-
umständlich zu handeln. — Dieser Mensch
ist weit entfernt, auf seine gute Werke sich vor
Gott zu verlassen, sogar würdige menschliche
natürliche Tugend ist entfernt von solcher Ein-
bildung. Daß Socinianer und Arminianer
den Glauben besonders durch Gehorsam gegen
die ganze Lehre Christi beschrieben, ist warlich
kein den Christen gefährlicher Jrrthum; man
muß auf die. Sachen und die moralische Ge-
schichte der Menschen sehen, nicht auf die Ge-
wohnheit der Worte. Es ist auch gewiß, daß
man manche Stellen des neuen Testaments
nicht
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