Hermbstaedt, Sigismund F. [Hrsg.]
Allgemeine theologische Bibliothek: Bibliothek der neuesten physisch-chemischen, metallurgischen, technologischen und pharmaceutischen Literatur — Berlin, 12.1779

Seite: 125
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Pauli Predigten. 125
Meßias zu erklären. Mar null der Schächer
von einer solchen Parthey gewesen, so hatte er
gewiß vorher nicht an Jesum geglaubt, nicht sei?
ne ^ebre mit Beyfalt anhören, nicht seinen Vor?
schnsten nach seinem Beyspiel folgen können. Es
ist also ganz unerweislich, und offenbar unrich-
tig, was S. 182 von ihm behauptet wird: ec
habe Jesum vorher schon viel genauer, als viele
andre, gekannt, die größte Hochachtung für ihn
gehegt, ihn im Glauben für den angenommen,
der von Gott zum König und Helfer fernes Volks
bestimmt worden, und der ganz gewiß auf irgend
eine Art ein Reich auftichten würde, worinnes
er die größten Glückseligkeiten austheilen könnte.
Was der Hr. V. weitlaufrig hierüber sagt, ist
in der Thal leere Deklamation. Man muß bey
dieser denkwürdigen Geschichte eine wunderbare
Wirkung Gottes zugebcn, die sich jetzt zu einer
sehr schicklichen Zeit und aus sehr wichtigen Ab-
sichten äußerte. Dabey kann dennoch mit Grunde
angenommen werden, daß dieser Mensch nie
durchaus bös gewesen, und die Zeit seiner Ge-
fangenschaft wohl angcwendet habe. Sein star-
ker Glaube an den gekreutzigtenJesum aber war
gewiß eine ausserordentliche und mächtige Wir-
kung Gottes in seiner Seele, wodurch Gott sei-
nen Sohn im Tode schon verklaren, und die
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