Hermbstaedt, Sigismund F. [Hrsg.]
Allgemeine theologische Bibliothek: Bibliothek der neuesten physisch-chemischen, metallurgischen, technologischen und pharmaceutischen Literatur — Berlin, 12.1779

Seite: 195
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und Sendschreiben der Apostel. 195
dessen müssen wir doch eine kleine Probe geben,
Und wollen dazu eine von den am besten übersetz-
ten Stellen wählen, nämlich i Kor. i z, i — iz:
Wenn ich mit allen Menschen in ihrer Sprache,
ja auch mit den Engeln reden könnte, hätte aber
die Liebe nicht: so wäre ich wie ein tönendes Erz
oder eine klingende Schälle. Sollte ich auch
weissagen, alle Geheimnisse verstehen, alle
Wissenschaft besitzen, einen so grossen Glauben
haben, daß ich Berge versetzte: wenn mir die
Liebe fehlt, bin ich nichts. Wenn ich auch mein
ganzes Vermögen zur Nahrung der Armen aus-
theile, und meinen Leib zum Verbrennen dargebe,
aber ohne Liebe bin, so nützet es mir nichts. Die
Liebe ist geduldig und gütig: die Liebe ist nicht
neidisch, handelt nicht leichtsinnig, ist nicht auf-
geblasen. Sie führt sich nicht ungebührlich auf,
wie die Ehrgeißigen: sie suchet nicht ihren eige-
nen Nutzen: sie ist nicht gähzornig: sie denket
nicht böse. Sie erfreuet sich nicht über die Un-
gerechtigkeit, sondern über die Wahrheit. Sie
leidet alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie
erduldet alles. Die Prophezeyungen werden
aufhören, die Sprachen werden ein Ende neh-
men, und die Wissenschaften nicht Mehr getrieben
werden: aber die Liebe vergeht niemals. Sin-
temal unsre Wissenschaft sowohl als unsre Pro-
N 2 phe-
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