Hermbstaedt, Sigismund F. [Hrsg.]
Allgemeine theologische Bibliothek: Bibliothek der neuesten physisch-chemischen, metallurgischen, technologischen und pharmaceutischen Literatur — Berlin, 12.1779

Seite: 261
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relatMA to Blatter 2n6 26 r
warum nun aber das Denken der Materie leichter
sey, nun sie nicht mehr undurchdringlich ist, und
nun sie Zurückstoßungs- und Anziehungskräfte
bekommen hat? darüber hat sich Hr. Pr., so viel
ich mich erinnere, nirgend erklärt. Inzwischen
ist der Mensch nunmehro ganz und gar ein ein-
förmiges Wesen, nach dem alten Spruch emia
necelsiiwtern non ium mulripÜLan^a;
das Vermögen wahrzunehmen, zu empfinden und
zu denken, so fern es dem Menschen (Hr. Pr.
hätte hie, da er nur nach Erfahrungen reden will,
die Bestimmung von lebenden Menschen nicht
aus der Acht lassen sollen, denn hie war sie unent-
behrlich) eigen ist, wird nirgend angetroffen, als
in Verbindung mit einem gewissen organisitten
System Materie, man muß also daraus schlies-
sen, daß dieß Vermögen schlechterdings in diesem
System vorhanden und von ihm abhängig sey;
und da die ganze DenkungSkraft von den Verän-
derungen und Zufällen des Gehirns abhängt: so
kann man es für gewiß annehmen, daß der Sitz
der Seele im Gehirn oder eine Eigenschaft des
Nervensystems sey. Wenn Hr. Pr. behauptet,
daß es kein Beyspiel gebe, da derjenige hätte den-
ken können, dessen Gehirn zerstört worden: so
möchte er leicht irren: denn ich erinnere mich gar
wohl, den Fall gelesen zu haben, den vor einigen
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