Hermbstaedt, Sigismund F. [Hrsg.]
Allgemeine theologische Bibliothek: Bibliothek der neuesten physisch-chemischen, metallurgischen, technologischen und pharmaceutischen Literatur — Berlin, 12.1779

Seite: 264
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einem Lichte, Feuer u. s. w. sprachen). Nach den
Persern war sie aus dem Feuer entsprossen. Die
Magier, Chaldäer und Egypter und nach der Lehre
der letztem, Pythagoras und Plato, glaubten zwey
Seelen, eine himmlische und eine materialische,
jene als die verständige, diese als die Quelle der
Leidenschaften. Bey einigen Griechen war die
Seele ein Ausfluß der Gottheit, bey andern eine
Harmonie, eine Zahl, ein Thcil des göttlichen
Wesens. Plato hielt auf eine dreyfache Seele:
in dem Kopfe Vernunft, im Herzen Zorn, im
Unterleibe Begierden. So berichtet Cicero von
ihm, und scheint mit ihm die Seele für einen
Sprossen des Geistes der Gottheit zu halten,
wiewohl er sehr ungewiß und manchmal gar nach
Epikurischem Sinne von ihr spricht. Unter den
Juden scheint, zu Christi Zeiten, der Glaube an
den Jmmaterialismuö, wenigstens nicht allgemein
gewesen zu seyn: denn Martha, Lazari Schwester,
muß so wenig davon etwas gewußt haben, als die
bey dieser Geschichte verkommenden Pharisäer.
(Man lese nur Joh. 11. Man findet nicht das
geringste, das des Verf. Meynung bestätigte!)
Nach der Zeit nahmen die Juden die heydnische
Lehre an, daß die Seele ein vom Leibe verschiede-
neS Wesen fty, (daß sie früher der Meynung
gewefen, erhellet sogar aus 2Macc.7, z6): denn
daß
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