Hermbstaedt, Sigismund F. [Hrsg.]
Allgemeine theologische Bibliothek: Bibliothek der neuesten physisch-chemischen, metallurgischen, technologischen und pharmaceutischen Literatur — Berlin, 12.1779

Seite: 272
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272 lAiestle^ viscguilltiom
Seelcnschlafl Calvin getraucte sich nur von den
Seelen der Gerechten zu behaupten, daß sie
unsterblich sind» Einig waren aber die ersten
Kirchenverbesserer über diesen Punkt nicht. In
neueren Zeiten hat die Lehre vom Seelcnschlaf
viele Anhänger bekommen, und da man daben
von der Lehre von dem geistigen Wesen und der
Unsterblichkeit der Seele keinen weiteren Nüßen
hat, so könne man desto fteyer den Materialismum
annehmcn (Abschn. 17. S» 224 f.A
Nun drittens von Gott (Abschn. 9. n. 15.)»
Etwas bedächrlich scheint Hr. Priestley sich darr
über auödrücken zu wollen. Er redet von der
Unbegreiflichkeit des höchsten Wesens; meint
auch, wenn gleich der Mensch für ein materiali-
sches Wesen ausgegeben werde, so folge nach der
Analogie nicht, daß Gott aus eben die Art mate-
rralisch sey. Doch will er durchaus auch nicht zu-
geben, daß Gott ein Geist sey, in dem Verstände,
in dem die neueren Philosophen nach der obigen
Angabe von einem Geiste reden, denn das sey ein
Unding» Kurz, er will nicht gerade zu sagen,
daß Gott blos Materie sey, erklärt sich aber im
Anhänge S. Zs4 auch dahin, daß er ihn nicht
gerne immaterialifch möchte nennen lassen, weil
das Wort leicht verführen könne zu glauben, als
ob das göttliche Wesen keine Eigenschaft mit an-
deren
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