Hermbstaedt, Sigismund F. [Hrsg.]
Allgemeine theologische Bibliothek: Bibliothek der neuesten physisch-chemischen, metallurgischen, technologischen und pharmaceutischen Literatur — Berlin, 12.1779

Seite: 297
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der heutigen Christen. 297
die Geschichte des Sündenfalls und auf die gan-
ze Lehre von der Erbsünde. Seine Vorstellung
von dieser Sache ist in mancher Absicht neu, und
für viele wird sie auffallend seyn. So behauptet
er z. E. daß Gott den Baum des Erkenntnisses
Gmcs und Bösen eigentlich dazu erschaffen und
den Genuß seiner Früchte verboten habe, damit
die Srammelrern bey Übertretung dieses Ge-
bots Gelegenheit haben sollten, die Macht und
traurige Folgen einer ausschweifenden Sinnlich-
keit bey Zeiten zu erkennen, um dadurch auf die
Zukunft klüger gemacht zu werden. Wir stim-
men ihm hierin» nicht völlig bey, und glauben,
daß man manchen Schwierigkeiten weit leichte«
entgehe, wenn man die ganze Geschichte für eine
allegorische Vorstellung des gewöhnlichen Ur-
sprungs der Sünde ansieht. Alsdenn läßt sich
auch die Stelle Genes, z, 22 leichter erklären,
die sonst den Auslegern so viel zu schaffen macht.
Wir können hier die Erklärung des Verf. nicht
weiter prüfen; doch versichern wir, daß wir nichts
gefährliches darinn entdecken. In dem, was er
vom göttlichen Ebenbilde und der Erbsünde sagt,
hat er unsrer Ueberzeugung nach viel Wahrheit
auf seiner Seite. Und das müssen wir auch in
Absicht dessen bekennen, was hernach weiter von
dem Mißbrauch aller dieser Lehren angeführt wird.
T 5 Wir
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