Hermbstaedt, Sigismund F. [Hrsg.]
Allgemeine theologische Bibliothek: Bibliothek der neuesten physisch-chemischen, metallurgischen, technologischen und pharmaceutischen Literatur — Berlin, 12.1779

Seite: 305
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der christlichen Religion. zoz
ob es gleich an einzelnen Lehrern nicht fehlte, die
auf unnützes Spekuliren verfielen, und sich da?
durch mehr oder weniger von der rechten Bahn
verirreten. Aber auch hieran war nicht eigent-
lich die Vernunft, sondern übel verstandene und
angewandte Philosophie, ungeübte Vernunft,
Mangel an Vorerkenntniffen und andere zufällige
Umstände in ihrer damaligen Situation, die Ur-
sache. Nachdem aber die christliche Religion
mehr Herrschaft erhielt und viele Lehrer das mit
Gewalt durchsetzen konnten, was vorher durch
Gründe und UebcrredNngen geschehen mußte;
nachdem man auf öffentlichen Coneilien ansieng,
Glaubenslehren nach den unphilosophischen Ein-
sichten der angesehensten Lehrer näher zu bestim-
men, und sie allen und jeden Christen als unwi-
dersprechliche Wahrheiten aufzudringen; auch
diejenigen, die dagegen redeten, zu verfolgen
und zu strafen: so erfolgte das, wovon der Verft
redet, nämlich die traurige Herrschaft der Unwis-
senheit und des Aberglaubens. Die Vernunft
muß Freyheit zu ihren Untersuchungen haben,
wenn sie vorwärts gelangen soll. Der Muth,
der allein zu großen Entdeckungen fortführt, sinkt
nieder, so bald die Vernunft zu viele und große
Verzäunungen vor sich erblickt; sie drückt nach
manchen vergeblichen Versuchen die Augen zu,
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