Hermbstaedt, Sigismund F. [Hrsg.]
Allgemeine theologische Bibliothek: Bibliothek der neuesten physisch-chemischen, metallurgischen, technologischen und pharmaceutischen Literatur — Berlin, 12.1779

Seite: 307
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der christlichen Religion.
Unheil nicht glauben will. Denn, wir wieder-
holen'ö nochmahl, Aberglaube entsteht nicht aus
einer Entkräftung der Vernunft- wenn sie zu viel
und scharf denkt, wie der Verf. S. 6 wähnt,
sondern aus Mangel der Anstrengung, und aus
den Einschränkungen, die ihr gemacht werden.
Ob übrigens in unfern Tagen so große Gefahr
für die Religion sey, weil man die Vernunft zu
Übermäßig anspannt und alles durchschauen will,
ist uns so klar nicht, wie ihm. Uns dünkt viel-
mehr , daß sich die Spötter und Widersacher
der Religion, z. E. Voltaire mit seinen Schü-
lern, Nicht sonderlich angestrengt haben; sonst
würden sie bald so weit gekommen seyn, Spreu
vom Weitzen zu sondern und die Religion in ihrer
eignen liebenswürdigen Gestalt zu entdecken.
Verirrungen von allerlei) Art werden auch in den
erleuchtesten Zeiten Vorkommen. Wenn jedoch eins
seyn soll- so ists besser, man verirrt sich am Tage,
als in der Nacht. 2m ersten Fall findet man doch
ehr selbst wieder den richtigen Pfad, oder man
Math an einen menschenfreundlichen erfahrnen
Mann, der einen bey der Hand fast und auf
einen sichern Weg zurückbringt. Je vernünf-
tiger wir denken lernen, desto ehrwürdiger wird
uns die Religion werden, die ganz auf ewige
göttliche Vernunft gegründet ist. Der zufällige
U 2 Schade,
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