Hermbstaedt, Sigismund F. [Hrsg.]
Allgemeine theologische Bibliothek: Bibliothek der neuesten physisch-chemischen, metallurgischen, technologischen und pharmaceutischen Literatur — Berlin, 12.1779

Seite: 311
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der christlichen Religion. z r l
ist, solche Lehren, die uns unbegreiflich scheinen,
befinden! Wenn man hier blo§ von den Krea-
turen auf den Schöpfer zurückschlöffe; so wäre
nichts dagegen zu sagen. Verlangt man aber,
daß ein Christ gewiffe angebliche ReligionS-
gehcimniffe, von welchen die Vernunft nichts
weiß und die sie bey allem Nachdenken weder fin-
den noch erklären kann, eben fo geschwind und
völlig glauben soll, als die unerklärbare Erschei-
nungen in der Natur: so ist das eine offenbare
Gewalrchäügkeit gegen den menschlichen Ver-
stand. Man seht hier Dinge, die von unfern
Sinnen empfunden werden können, mit den my-
steriösen, abstrusen und allen Grundsätzen, Ent-
deckungen und Erfahrungen der Menschen entge-
gcnstehenden Lehren in eine Klasse; da e§ dock-
offenbar zweyerley ist, das zu glauben, was mau
mit Augen sieht, und etwas zu glauben, was
man nicht sehn, empfinden, untersuchen, erklä-
renkann; blos darum, weilö eine gcoffenbarte
Religionslehre seyn soll? Wenn sich hier die
Vernunft sträubt; wenn sie Schwierigkeiten
macht; wenn sie erst lange fragt: ob Gott so et-
was offenbaret habe und wozu sie durchaus uner-
klärbare Geheimnisse gebrauchen solle? Wenn
sie ferner Licht sucht, wo lauter Dunkelheit ist;
und dann, nach langen vergeblichen Bestreben,
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