Allgemeine theologische Bibliothek — 13.1779 [VD18 90309928]

Seite: 36
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z6 Hezels hebräische Sprachlehre,
höheren Vollkommenheit, als andre Sprachen,
angesehen hat; denn in der Thal bey einer jeden
andern Sprache würde ein dergleichen Verfahren
einem jeden Unbefangenen äußerst befremdend,
wo nicht gar lächerlich, vorkommen. Um desto
mehr befremdete es Recensenren, daß auch Hr.
Hezel diesen Weg betreten, der doch mit seinen
übrigen Grundsätzen so gar nicht übereinstimmt,
da er ja die ersteren hebräischen Vocalzeichen von
den tiberiadischen Rabbinen herleitet, unsere ge-
genwärtigen aber, wie sie in lange und kurze ab-
getheilt sind, in noch spätere Zeiten setzt und den
spanischen Juden zuschreibt. Wie kann man sich
nun aber bey dieser Voraussetzung im geringsten
noch einbildcn, daß durch die jetzige Vocalzeichen
uns die ächte Aussprache der alten Hebräer dar-
gestellt werde, zumal da ja Hr. H. selbst (S. 122)
behauptet, die Juden hätten in Spanien ihre alte
Aussprache verfeinert (also doch verändert) ? So
würden denn ja alle jene vielen Regeln und Aus-
nahmen, und Ausnahmen von Ausnahmen doch
am Ende auf weiter nichts, als auf die von jenen
spanischen Juden festgesetzte Aussprache gehen.
(Der Vers, lenkt zwar S. 126 wieder etwas ein,
wenn er schreibt: "Diejenigen, welche zuerst die
"Bibel punkrirten, hatten noch die richtige Aus-
" spräche." Allein, der Beweis dieser Behaup-
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