Allgemeine theologische Bibliothek — 13.1779 [VD18 90309928]

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über Gottes moralische Regierung. 107
bedient sich noch dazu mancher Vorstellungen, die
geradezu Anstoß erwecken können. Hieher gehö-
ren in der ersten Predigt die Ausdrücke von Got-
tes Zorn u. s. f. die zwar, wenn wir aufs Ganze
sehen, richtig erklärt sind, aber billig gar nicht
gebraucht, oder doch gleich auf der Stelle hätten
sollen erklärt werden. Eben so hätte auch in der
achten Predigt noch mit mehrerer Behutsamkeit
und Deutlichkeit gezeigt werden müssen, wie Gott
schon die Mildthätigkeit in diesem Leben belohne.
Wenigstens kann wohl aus den daselbst angezo-
genen Stellen desA. T. die Sache so völlig nicht
erwiesen, auch nicht so allgemein behauptet wer-
den, als hier gescheh« ist. Aehnliche Erinne-
rungen könnten wir bey der neunten und zehnten
Predigt machen, wenn der Raum es zuließe.
Recensent hat diese Fehler nicht angezeigt, um
nur tadeln zu können; sondern um unsere Kanzel-
redner desto mehr zu ermuntern, dergleichen Ma-
terien mit desto grösserer Vorsichtigkeit zu behan-
deln. Er wünschet in allen Vorstellungen, die
von den Spöttern so oft zu Einwürfen gegen die
Fürsehung gemißbraucht werden, die möglichste
Genauigkeit; und er glaubt, daß die Religion
sehr viel gewinnen würde, wenn man sich der-
selben allgemeiner befleißigte. Uebrigens blei-
ben die Predigten des Verfassers in vieler Absicht
schätzbar,
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