Allgemeine theologische Bibliothek — 13.1779 [VD18 90309928]

Seite: 245
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der Fragmente eines Ungenannten. 245
Würdigkeit dargethan wird, ob sie gleich niemand
vor den Hauprdeweiö des Christenthums angeben
wird. Die Weissagungen, die im N. Test, aus
dem Alten angeführt werden, gaben wenigstens
zu der Apostel Zeiten gute Argumente ab. Die
Apostel führten ihren Beweis an die Juden ex
coueelU, und derselbe war, lokal betrachtet, sehr
gut. Das wird vom Hrn. D. wohl erläutert,
und immer von demselben mit Recht bemerkt, daß
alle diese äußerliche Bewerfe nur auf den Glau-
ben der Christen die Menschen aufmerksam ma-
chen, dieselbe dazu znbereitcn sollten, daß aber
der eigne Glaube eines Christen, 66e8 cliviua,
auf einem ganz andern Grund beruhe. Eben
das haben schon viele der größten Theologen be-
hauptet, und die wahre Beschaffenheit der Sache
viel gründlicher vorgestellt, als der Anonymus,
der sich die stolze Miene giebt, als wenn er lau-
ter unerhörte Dinge vorbrächte, und nach sieb-
zehn Jahrhunderten die Christenwelt auf einmal
erleuchten wollte.
Wie ungeschickt er aber sey, die Welt zu er-
leuchten, davon legt er in dem lehtern Theil sei-
nes Werks die größte Probe ab. Da will er
gründlich untersuchen, und, soweit es möglich
seyn wird, ausfündig machen, was für eine
wahre Absicht die Jünger Jesu bey Erdichtung
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