Allgemeine theologische Bibliothek — 13.1779 [VD18 90309928]

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sonderlich kleinerer Schriften. zi5
Meinungen von dem Ursprünge dieser Benen-
nung ungefährer und verworfen worden, wird
auch die gemeinere, nach welcher man annimmt,
Sadok, ein Schüler des Antigonus Sochäuö,
sey der Stifter dieser Neligionsparthey, die man
nach ihm Sadducäer genannt habe, gewesen, mit
dreyen Gründen widerleget, und die Herleitung
des Worts Sadducäer von ein Gerechter,
als die richtigste angepriesen. Es entstanden
nemlich nach der Wiederkunft der Juden von
Babylon, wie Grotius und Prideaur, nebst eini-
gen andern Gelehrten bereits angemerkt haben,
zwo RcligionSpartheyen unter den Juden, die
welche sich allein an das mosaische Gesetz
hielten, und nichts von den mündlichen Überlie-
ferungen wissen wollten, dergleichen die Saddu-
caer waren, und die O'N'ton, welche mit dem
mosaischen Gesetz die väterlichen Aufsätze verban-
den, die auch Pharisäer hießen. Es wird dieses
mit einer Stelle aus dem IosephuS GorionideS
bestätiget. Der Zweifel, daß man im Hebräi-
schen die Sadducäer und nicht
nenne, ist eben nicht erheblich, weil diese beyden
Formen der Wörter sehr oft mit einander ver-
wechselt werden.
II. Fragt man: zu welcher Zeit eigentlich
diese Religionsparthey ihren Anfang genommen
habe?
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