Allgemeine theologische Bibliothek — 13.1779 [VD18 90309928]

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sonderlich kleinerer Schriften. 32z
künftigen Belohnung, nicht zugleich eine gehei-
me Beziehung auf eine andre und bessere Welt
gehabt hätten; die ungleiche Auötheilung der
Güter dieser Erde, muß, wenn Gott gerecht iss,
die Vernunft auf die Erwartung eines zweyten
lebens führen; aber die im A. T. vorkommenden
Geschichten führen uns noch näher darauf, daß
die Frommen des A. T. eine solche Erwartung
hatten. Zuerss leitet Hr. I. dies aus dem Falle
Adams ab, doch auf eine andere Art als derHr.
Ritter Michaelis Lommentütionum ?. l.
89- 92). Gott, meint er, konnte nicht
härter ssrafen, als er gedrohet hatte. Eine ewige
Vernichtung hatte er gedrohet. Auf Busse und
Besserung ließ sich wohl ehr Milderung des Ur-
theils erwarten; aber forrleben in der beständi-
gen Furcht der Vernichtung, war eine härtere
Strafe als unmittelbarer Tod. Adam mußte
also daraus die Hofnung schöpfen, daß ihm diese
Frist vergönnet worden, um sich zu einem bessern
Zustand in einer andern Welt anzuschicken. —
Ferner zeigen die Opfer von Religion und Got-
tesfurcht; ohne Erwartung eines andern lebens
aber hat keine wahre Verehrung Gottes statt.—
Daß Abel, der wegen seiner Frömmigkeit erschla-
gen wurde, von Gott nicht beschuht ward, war
ein Beweis, daß Gott eine bessere Belohnung
X 2 für
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