Allgemeine theologische Bibliothek — 13.1779 [VD18 90309928]

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bundene Krankheiten waren. Nicht nur die Ju-
den, sondern auch andere Völker hielten gewisse
schwere Krankheiten für übernatürliche Wirkun-
gen einer unsichtbaren Macht (wie man noch heu-
tiges Tages an manchen Orten viel vorn Behexen
glaubet). Hier fallt nun die Frage vor: war
alles bey diesen in der evangelischen Geschichte
mit so besonder« Umständen gemeldeten Krank-
heiten natürlich, oder bewiesen sich wirklich böse
Geister dabey wirksam? Das letzte nimmt der
Vers, an, und wie er überhaupt mit den meisten
neuern Philosophen nicht zufrieden ist, welche alle
Veränderungen in der Natur aus materiellen
Ursachen herlciten wollen, so gefällt ihm sehr
die Meinung dererjenigen, die fast alles, was
wir nicht recht erklären können, als Wirkun-
gen einiger uns unbekannten Geister ansehen.
Dabey führt er dasjenige an, was Tertullian,
Lactanz, Cyprian und andere Kirchenväter von
der Macht und dem Einsiuß, den die Enget,
Dämonen und Geister über die Körper und auf
die Seelen der Menschen haben, schreiben. Be-
ruft sich auch sogar auf den Milton, bey dem es
heißt: "Millionen von Geistern durchwandern
die Erde, unsichtbar uns, wenn wir wachen, oder
im Schlafe liegen," welches mit demjenigen über-
einstimmet, was Thales und Pythagoras sagten,
daß
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