Allgemeines kritisches Archiv — 1.1777

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sind gnsifrey — Nun von den Samoje-
den. Sie nennen sich selbst Chasowa d. i.
Männer. Sie bewohnen die allernordlichste
Gegend von Rußland und Sibirien, rheilen
sich aber in viele verschiedene Stämme. Herr
P. hält sie für eine hieher durch Krieg ver-
drängte Nation, und macht dieses wahrschein-
lich. Sie sind von den Ostjaken in Ansehen
und in der Sprache gänzlich unterschieden, und
haben fast das Ansehen der Tungusen, runde,
platte und breite Gesichter/ welche bey dem
jungen Weibesvolk sehr angenehm sind, auf-
geworfene breite Lippen, eine breite offene
Nase, wenig Bart und schwarzes borstiges
Haar, bester proportionirt, unkersezker und
fleischigter als die Ostjaken. Hingegen sind
sie wilder ungesitteter und unruhiger. Die
Kleidungen werden in Kupfer vorgestellt.
Sie führen Sommer und Winter eine unstäre
Lebensart, und ihre Unreinlichkeit ist daher
nicht fo merklich als der Ostjaken ihre. Das
wilde Rennthier giebt dem Samojeden fast al-
les, was er zu seiner Nothdurft gebraucht. —
Die Weiber sind noch weit schlimmer daran,
als bey den Ostjaken und höchst verächtlich in
den Augen der Männer. Die sonderbarste
von diesen Bezeigungen ist wol diese, daß die
Weiber wahrend der Niederkunft bekennen
müssen, wenn sie ausgeschweift haben (o die
abscheulich incultivireen Männer werden die
empfindsame terrrsche Frauenzimmer sagen, das
sind
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