Allgemeines kritisches Archiv — 1.1777

Seite: 115
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findet in dem ganzen Buche keine schwermüthige
und hoffnungslose Vorstellungen, sondern das
Chnstenchnm allenthalben mit der Freude verträg-
lich adgebilder, und als ein Mittel der Gluckse»
ligkeit angepriesen. Eö ist hier kein Iammerkhab,
keine beständige Kreuzesschulc die den Traurigen
noch trauriger, und den Fröhlichen widrig gesin-
net macht. Möchte es doch bald die ErbauungS-
bücher, welche Vernunft und Vergnügen des
Tugendhaften zum großen Schaden der Religion
verdächtig machen, aus den Häusern der Chri*
sien verdrängen. Sind diese zum Theil zu my-
stisch gekünstelt, voll unbestimmter Gedanken,
planer und ganz unedler Ausdrucke; so sind hier
diese Fehler glücklich vermieden. Leser von Ge-
schmack werden darinn keinen Anstoß finden, und
selbst wenig Denkenden wird, ohngeachtel unsrer
Erinnerung, vielleicht das mehrste deutlich seyn
oder bey häufigem Gebrauch es werden. Es ist
eines der brauchbarsten und richtigsten Bucher,
da es jeden Sah, der zum praktischen Christen-
thum führt, gut verträgt, und das Herz mit
Empfindungen der Religion erfüllt, wovon der
Verfasser selbst überzeugt und gerührt war. Bil-
lig sollte es zum täglichen Gebrauch in dem Hause
eines jeden verständigen Christen bereit liegen,
da ein großer Theil des Innhalrs so beschaffen
ist, daß er zu jeder Zeit mit Erbauung gelesen
werden kann. Ein so gemeinnütziger Schriftstel-
ler als Herr Doktor Seiler ist, der nicht sowol
Ruhm als die Besserung der Menschen sucht,
H - ver-
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