Allgemeines kritisches Archiv — 1.1777

Seite: 165
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brauchen versteht. Sie dem Lehrlinge, der stch
im Uebersctzen üben soll, besonders, wenn man
dabey, wie man sollte, sowol auf richnqenVer-
stand der Ursprache , als auf guten, schicklichen
und angemessenen Ausdruck in der Sprache des
Ueberseßers, Rücksicht nimmt, in die Hände zu
geben, ist fast nicht rachsam. Man würde viel-
leicht mehr verwirren, als entwickeln, und so
beyde Hauplabsichten verfehlen.
Aber eine solche Uebersetzung zum Grunde
einer Vorlesung bey jedesmaliger Uebcrsetzungs-
Übung legen, dadurch das nöthige Ucht über die
Urschrift verbreiten, nebenher freylich auch die
hervorstechenden Schönheiten derselben, wovon
die erklärende Übersetzung nichts weiß, fühlen
lassen, und daun den solchergestalt vorbereiteten
Jüngling bey der Ausarbeitung seinem Gemus
verlassen, nachher aber dessen Arbeit bey jenem
L'chtc wieder prüfen — ja freylich das sollte man
thun, und würde man thun, wenn man alles
thate, was nützen kann- Awenal ist nicht gan;
so voll zusammen gepreßter Gedanken, nicht ganz
so voll gelehrter und oft weit hergeholter Anspie-
lungen auf Alterrhümer, Geschichte und Sitten
als Persius , aber er istö doch immer weit mehr
als ein anderer der römischen Dichter, und eben
darum schwer zu verstehen. Es kann daher diese
Übersetzung auch einem schon geübter«, ja dem
ganzen Haufen jener Studirten nützlich feyn, die
alt." Philologie nie getrieben, Commenrarien nicht
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