Allgemeines kritisches Archiv — 1.1777

Seite: 183
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genrlich seZt er seine Grille bloö gegen eine an-
dere um, daß der Philosoph durch seinen in-
nern frohen Muth selbst Widerwärtigkeit ent-
wölken / und über alles ein lachendes Ansehen
verbreiten könne, von der er durch mannigfal-
tige traurige Begegnisse, so wie zulezt/ durch
ein naives, schönes, zärtliches Mädchen von
seiner aus philosophischen! Stolz herrührenden
Abneigung gegen die Liebe geheilet wird.
Wir haben nicht bald in einem Roman eine so
pittoreske Mischung romanhafter und natür-
licher Austritte gefunden , die einen desto un-
angenehmer» Contrast bilden, da die alltäglich-
sten auf die abenrheuerlichsten folgen. Über-
haupt wissen wir nicht, ob wir der Theorie
oder dem uneklen Geschmack des Verfassers
die wenige Auswahl beymessen soll, die in allen
Theilen der Geschichte sichtbar ist. Seine Per-
sonagen sind mehrentheils sehr nichts sagende
Gesichter, und haben auch einige von ihnen
einen bedeutenden Zug, so erweckt er entwe-
der kein sonderliches Interesse, oder man wun-
dert sich, in einem menschlichen Antlitz enie
solche Physionomie zu entdecken. Was diese
Fehler einigermassen übertünche, sind die ein-
gestreute messende, sarynsche Schilderungen,
und der leichte, lebhafte, witzige Ausdruck,
der noch mehr blenden würde, wenn sich nicht
der Verfasser durch den Zufluß an Wörtern
zur Plauderhaftigkeir hätte verleiten lassen,
M 4 und
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