Allgemeines kritisches Archiv — 1.1777

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so gar leidlich hinlesen, hier und dar glimmen,
sogar Funken des Genies hervor, aber wahr-
haftig es ist nichts minder denn vorrrefiich. Es
verrakh viel Geistesschwache, daß der V. darauf
sich so sehr viel zu gute thut Studenrensitken
geschildert zu haben; und ich hätte nicht übel
Lust das ganze Geschwätz albern zu nennen, wo-
mit er sich in der Vorrede vertheidigt. Wenn
bald der Stutzer, bald der Landjunker, bald
der Ossicier, sagt er, in den Romanen äufne-
ten, warum will man keinen Studenten hören,
da dieser Stand doch so zahlreich ist, und Leute
bildet die wieder hunderrerley Rollen in der
Welt zu spielen haben. — O des albern Ge-
schwätzes! da der Verfasser nicht einsahe, daß
durch das selbst, was er sagte, die ganze Noch-
wendigkeit,Studenkenleben im Roman zu brin-
gen, wegsallen mußte. Man sucht durch Ro-
mane Stutzer zu bessern. Warum? weil es
jederzeit ein Fehler ist Stutzer zu seyn; Stu-
dent zu seyn aber, denke ich, ist doch wohl kein
Fehler, den man bessern und ablegen soll. Nun
gut, wird man einwenden, Landjunker und
Ossicier zu seyn, ist doch wohl eben so wenig
ein Fehler, und doch geben sie Stoss zu Ro-
manen, warum nicht auch der Student? Die
Antwort ist sehr leicht: Ossicier oder Landjun-
ker bleibt man wahrscheinlicher Weise sein gan-
zes Leben hindurch; Wenn nun also diese
Sr'nde gewiße, ihnen eigenthümliche Fehler
haben sollten, so ist es Psiicht des Romanjchrei-
berö
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