Allgemeines kritisches Archiv — 1.1777

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lich! " und wir gierigen / hoff ich zu Gott/ —
wirgiengen/ so lange noch Reitz/ und des Guten
Gefühl/ diesen Busen heben/ hinab!--
Wenn'ö so überkörperr/ in Gottes schuldloser
Natur/ vor dir da stund/ und Mayensonne,
und süßes heimliches Lenzenlüstgen / säuffelte's
Wallhaar abwärts / und's lächelte in der Un-
schuldfülle/ so auf Räfer Begattung nieder,
„bewahre Gort, daß du'S/ um unreiner Lust-
befriedigung zu heischen, anmmnelst, und
nicht Ueberallheit/ des der's schuff, und Tu-
gend zu Glück machte — fühltest!" Wer ver-
kennt in dieser Schreibart den geschwornen
Nachahmer des Göthe im Werther / und in
der Räßer Begattung den Kopisten des
Maykäfer Wühlens in den Wohtgerüchen?
Und die angehängre Warnung! allerdings war
sehr nothwendig/ weil ein jeder junger, die
weibliche Narur kennender Mensch/ das Herab-
lächeln einer Schönen auf Käferbegattung,
diesen Augenblick für die Schaferstunde zur
dreistem Anminnelung halten würde. War-
lich! die Deutschen geben seit z Jahren Be-
weise von einem höchst seltsam wunderlichen
Gemisch in der Sprache, von dem man in
den übrigen Sprachen Europens keine Spur
gleichzeitigen Alters aufzuweisen vermag.
(Verl. Littet' Wochenbk. 2St.)
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