Allgemeines kritisches Archiv — 1.1777

Seite: 311
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zu

Teutschland die Friescl und starken Fieber selte-
ner worden- Es scy ein Irrrhum, daß der
Schweiß und die Ausdünstung einerlei) Mate-
rie habe, daß folglich der erzwungene Schweis
die zllrückgebliebene Ausdünstung ersehe: es sey
auch sehr unrichtig, daß die unsichtbare Aus-
dünstung an allen Ucbeln Schuld scy, die man
ihr anrechne. Herr M- habe an ihm selber die
gute Wirkung der kühlen Luft im Schnuppen er-
fahren. Sein mit dem Catarrh behafteter Be-
dienter fey plötzlich geheilt worden, weil er zu-
gleich sich durchsricrcn lassen muste- Ein Arzr
trieb einem mir dem Catarrh behaftetem Amtmann
den schweiß mit solcher Kraft, daß derselbe
vom Verstand kam, entrann, und sich in einen
Wald verlief, eben dadurch aber und durch die
Erkaltung gesund wurde: eben so ein junger
Mann, der sich in einen Fischteich stürzte. Seit
14 Jahren bedient sich Herr M- dieser Kalte in
allen Catarrhen, auch im Keichhusten an Kin-
dern und Säuglingen. Seine Cur. Erlaßt
zur Ader, laßt kalte Fußbäder wiederholen,
giebt ein kühlendes Pulver, vertreibt das -Hals-
weh durch das Herumgehcn auf dem Schriee mit
bloßen Füßen. Wiederum der Todesfall eines
vornehmen jungen Edelmanns, der durch das
erzwungene Schwitzen verursacht worden sen:
hier beschreibt HerrM. den elenden Zustand von
Litthauen überhaupt, und dann insbesondere von
der Arzneywissenschaft, die bloß durch Judenfeld!
scherer oder gar durch Bauern ausgeübt werde.
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