Allgemeines kritisches Archiv — 1.1777

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wir es in unsrer Gewalt haben/ uns zu
verlieben oder nicht? Mit einem Mono
ausOvid, daß Hr. M. den clecessri8jnveni-
bu8 helfen wolle. Es freut uns sehr, daß ein
Mann, dessen Beyfpiel Anktorität machen
kann, endlich einmal angefangen hat, den
Zwitterphilofophen einen Gegenstand zu ent-
reissen, dessen richtige Schatzung für die Ruhe
so vieler Menschen, und für das Wohl des
Ganzen so unendlich wichtig ist. Freylich ist
die Sache oft fast mit etwas allzuvieler War-
me behandelt, daß auf einige der wichtigsten
Einwürfe gar nicht geantwortet ist, und einige
der hergebrachten Gründe allzuweit hergeholt
sind« Wir wollen unjerrr Erinnerungen
gegen die Beweise des Derf. die Form ei^
ner Parodie aus der Abhandlung vom
Sokranschen Genius geben/ um uns
desto kurzer und deutlicher ausdrücken
zu können. Sokrates, der auf sich selbst so
aufmerksame Sokrates, dem es weder an diä-
tetischer Ordnung noch an Mannichfaltigkeit
der Beobachtungen, noch an Much jeden Aber-
glauben zu stürzen fehlte, hak von seiner Ju-
gend an bis in sein Alter Stimmen eines Dä-
mons , bloö durch seine allzufühlbare Organi-
sation , mit eben der Gewißheit zu hören ge-
glaubt, als er feine eigene Existenz glaubte:
und dem Jünglings, den vielleicht weder Er-
ziehung noch Diar zum Sokrates gemacht har,
sollte man es so zum unvcrzeihbarsten Verbre-
chen
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