Allgemeines kritisches Archiv — 1.1777

Seite: 365
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Der Brandtewein halt sich zwanzig und mehr
Jahre, und gewinnt dabey einen anmukhigeu
Fenchelgeschmack, nach eigenen Erfahrungen des
Verfassers. Die Aepfel-und Birnbrandteweme,
wovon der leZtcre in der Normandie den Vorzug
hat. Das beste Birnenmost zu dieser Absicht ist
dasjenige, das den meisten Schaum beyrn Gies-
sen aus der Höhe giebt: Die Werkzeuge sind
von den Werkzeugen des Traubenbrandteweins
nicht unterschieden. Der Apfelmost giebt ange-
nehmere Brandteweine, aber weniger. Die
Trestern von Aepfeln und Birnen zu brennen, ist
verboten. Der Kornbrandtewein: man brauche
dazu einen gegohrnen Saft, in welchen Würze
komme, und der viel geringer fey, als das Bier:
aber wenige nehmen dazu die Mühe, die meisten
lassen nur etwas Mehl mit Malz gähren, und
ein jeder hat denn sein besonderes Krank, das
dem Brandtewein einen eigenen Geschmack giebt.
Der Haberbrandtewein der Tataren: denn Herr
D. will das Belaubende und Berauschende
nicht der Pferdcmilch zuschreibcn, er führt sogar
mit Unrecht, den Herrn Gmelin zum Zeugen
an, daß dieser Geist eigentlich vom Getreid her-
komme. Herr Poivre versichert, der chinesische
Brandtewein werde bloß aus Reis gemacht, aber
sehr schlecht in China und besser zu Batavia.
Den englischen zum Puntsch gebräuchlichen
Reisbrandtewein ahme man in Frankreich ganz
gut nach. Vom Palmwein. Vom Zuckerbrand-
tewein, Rum oder Tasia. Das Kirschenwasser
der
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