Allgemeines kritisches Archiv — 1.1777

Seite: 387
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m festlichem Pompe einherzieht, und das
Chor singe:
Fröhlicher,
Seliger,
Herrlicher Lag,
Gabst uns Llaudmen tt. f. w.
so muß auch der eigensinnigste Geschmack be-
friedigt werden. Die unnachahmliche Sim-
plicitat, die Verstärk selbst, alles st pahend,
so naiv, daß man unter dem Lesen und ge-
wiß noch eher bey der Vorstellung selbst den
Dichter vergißk. Solche Gesänge, die der
Prost st nahe und doch st voll Geist und Er-
habenheit sind, schicken sich aufs Theater. Und
dann der Orr selbst und die Umstande, in wel-
chen dies Lied gesungen wird — ich wenigstens
würde hier mit dem grösten Unwillen ein Lied
vermißt haben. Denn wo wird unter uns
auch nur von Mittlern Srandespersonen ein
Geburtsfest gefeyert ohne Musik und ohne Ge-
sang? Eben dies gilt auch von der Stelle, wo
Lrugantins singt, indem er auf der Crther
spielt. Aber nun andere Lieder: — Man ur-
rheile selbst. Laudine erfahrt, daß Pedro ihr
Geliebter verwundet in einem nahen Dorfe
liegt. Sie hält also ein Selbstgespräch, worin
sie beschließt, unter Begünstigung der Nacht zu
ihrem Geliebten zu eilen; sie vergißt aber auch
nicht in dieser kritischen Lage zu ihrer Stärkung
ein Liedchen zu singen. Dann zieht sie ge-
Bb r schwind
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