Allgemeines kritisches Archiv — 1.1777

Seite: 423
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ten vorzuschreibcn, bey deren Ausübung er sic
für sehr ehrwürdige Mitglieder der bürgerlichen
Gesellschaft erkennt. Er har den Grundwahr-
heiten der Religion nirgends ausdrücklich wider-
sprachen; aber er erklärt ausdrücklich den Ge-
brauch der Religion in d.-r Moral für mmöthig;
weit die Religion doch keine andere Psiichlen leh-
ren könne, als die die Natur ohne sie lehre, und
weil die höhern Beweggründe, die sie grebt, ver-
möge der Erfahrung, die Menschen um nichts
besser machen — welche Erklärung mit dem
Glauben an die Religion sich freylich nicht gut
zusammcnreimen laßt. So gut ohne diese Un-
terstützung die Moral gelehrt werden kann, har
sie der Verf. wirklich gelehrt. Aber wer seinen
Beweisen auf den Grund nachgeht, entdeckt frey-
lich oft Schwache. Er redet von der Ruhe und
Unruhe des Gewissens; ohne dabey recht abzu-
messen, was das Gewissen eines gemachten Athei-
sten seyn möchte? Er schiebt die Schuld, daß
die Menschen so wenig das waren, was die Mo-
ral sodere, am Ende rmmer auf die Erziehung;
ohne sich auf die Untersuchung einzulassen,: ob die
Erziehung eine solche Unterordnung und Mäßi-
gung der selbstsüchtigen und sinnlichen Tnebe bes
wirken könne, wie die Tugend fodert, und eine
ath nstisch-moralische Erziehung dazu? Dieß sagt
R cens. gar nicht im Vecdammungseiser. Viel-
mehr glaubt er, daß wie die Sachen nun stehen,
eine solche florale umvLrlÄiL nützlich seyn kön-
ne. Denn ein sehr großer Theil der Moral läßt
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