Allgemeines kritisches Archiv — 2.1777

Seite: 88
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Abrahamcl zu langes Ausbleiben. Abraham
allein, gelobt auf Gottes Befehl ihm feinen
Sohn.
Er soll ihn haben, de'r ihn gab!
Sein Will' ist gut, sein Wort ist Liebe,
Nur Nacht sein Weg — doch ob er's ewig
bliebe,
Er soll ihn haben, der ihn gab!
Ach mein Sohn -- mein Sohn, dies Leben
Halt' ich gern für dich gegeben,
Meines Alters leztes Glück
Fodert Gott, mein Gott — zurück!
Er soll ihn ^rben, der ihn gab!
Sarah, die ihm den Kummer ansieht, fragt
ihn darüber voll banger Ahndung; er antwortet
zwar mit Rückhalt, doch so, daß, wie Isaak,
der von ihm die Hoffnung bekommt, bald den
Herrn zu fchaun, in Anbetung auSbricht, Sa-
rah, die Abrahams lezre Worte gehört hatte,
über den Verlust ihres Sohns in großen Kampf
geräkh und halb verzweifelnd glicht, Abraham
aber, nach ihrem Weggang erst seinen Kum-
mer über Sarah's Berrübniß, dann nach stil-
lem Anbeten, wozwischen di, Musik fortgeht,
seinen Glauben an Gott und Freude über dessen
Belohnung ausdrückk. Zweyter Akt. Abra-
ham und Ifaak nähern sich dem Berge, und
sprechen von ihrem Opfer. Wahrend des,
daß sie den Berg hinan gehn, singen zwey
Knechte Abrahams, Abimael und Seba, ge,
rührt
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